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Karma, Karman

Karma, Karman (Aktion, Handlung, Haltung im Allgemeinen): Das Bhagavad-Gita unterscheidet drei grundsätzliche Arten von Handlungen, die abhängig sind von der inneren Disposition des Handelnden.
1. Sattvika-Karman: Handlungen, die von der Tradition vorgeschrieben sind und von Personen ohne Anhaftungen durchgeführt werden, die sich nicht nach der Frucht der Handlungen sehenen;
2. Rajasa Karman: Handlungen, die aus einer egoistischen Handlung durchgeführt werden, um Erfüllung von Sehnsüchten zu erlangen;
3. Tamasa-Karman: Handlungen, die von einer verblendeten oder verwirrten Person durchgeführt werden, die moralischen oder spirituellen Konsequenzen von Handlungen keine Beachtung schenkt;

Eine weitere Bedeutung von Karma/ Karman ist "rituelle Handlung". Im Speziellen aber bezieht sich der Begriff Karma auf die moralische Intension, die Gedanken und das Verhalten einer Person. In diesem Sinne wird Karma oft verglichen mit Schicksal, wenn man davon ausgeht, dass dieses die Qualität einer Person in den früheren und im gegenwärtigen Leben bestimmt. Die grundlegende Idee hierfür ist, dass die moralische Dimension einer Existenz durch Handlungen bestimmt wird. Wie es im Shiva-Samhita ausgedrückt wird: "Was immer in der Welt erfahren wird - all das entspringt aus dem Karma. Alle Geschöpfe haben Erfahrungen im Einklang mit ihrem Karma."

Die Lehre vom Karma ist unmittelbar verknüpft mit der Idee der Wiedergeburt (punar-janman). Beide Lehren (Karma und Wiedergeburt) wurden in den frühesten Upanishads dargelegt, scheinen aber schon ein integraler Teil des alten vedischen Erbes zu sein.

Allgemein gesprochen wird Karma / Karman als dreiteilig angesehen:
1. Sancita-Karman: die Summe alle karmischen Anhäufungen, die auf Erfüllung warten;
2. Prarabhda-Karman: alles, was in diesem Leben erfüllt wurde (z.B. körperliche Konstitution);
3. Agami-Karman oder Vartamana-Karman: Karma, das in derzeitigen Leben angesammelt wird und seine Erfüllung in zukünftigen Leben finden wird;

Alles Karma, ob "gut" oder "schlecht", wird als bindend angesehen. Karma ist der Mechanismus, durch den sich eine bedingte (von Handlungen abhängige) Existenz an sich und aus sich heraus erhält. Trotz des durchschlagenden Einflusses von Karma sind die alten indischen Weisen und Philosophen nicht dem Fatalismus erlegen. Im Gegenteil: Sie wollten herausfinden, wie man dieser Verknüpfung von eigener Existenz mit moralischer Kausalität entkommen kann.
Um dem eisernen Gesetz des Karma zu entrinnen, muss man das Bewusstsein selbst transzendieren, so dass es keine mentalen und physischen Handlungen und seine Folgen generieren kann. In anderen Worten: Man muss jenseits der Ego-Persönlichkeit gelangen, jenseits der Illusion, ein Handelnder zu sein. Diese Philosophie ist wunderschön beschrieben in der Lehre des Karma-Yoga in der Bhagavad-Gita: Krishna hat realisiert und gelehrt, dass Leben gleichbedeutend ist mit Handlung, aber auch dass die bloße Abwesenheit von Handlung nicht zur Befreiung oder Erleuchtung führt. Also empfahl er den Weg, die Handlung selbst zu transzendieren. Nur Handlungen, die kein subjektives Zentrum - das Ego - zur Voraussetzung haben, sind karmisch nicht bindend. Indem man eine selbst-transzendierende Grundhaltung entwickelt, können die verschiedenen karmischen Zyklen unterbrochen werden. So kann man zukünftiges Karma vermeiden, wohingegen dem Karma aus vergangenen Leben erlaubt wird zu geschehen. Durch spirituelle Praxis kann Karma, das ohne diese Praxis schlimme Folgen gehabt hätte, gemildert werden. Beispielsweise könnte Karma, das einen Autounfall zur Folge gehabt hätte, neutralisiert werden, indem man man diesen vorherbestimmten Unfall träumt.

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